9. Wie werden die Ergebnisse geordnet und in ihrer Struktur dargestellt?

Mit der Gliederung der wissenschaftlichen Arbeit beginnt der Übergang von der Materialsammlung und Erarbeitung zum Darstellen der Ergebnisse. Die Gliederung hat dabei eine wichtige Aufgabe: Sie soll die Struktur der Arbeit, den logischen Ablauf der Argumentation klar und übersichtlich darstellen. Die Erkenntnisse müssen so geordnet werden, daß ein geistiges Nachvollziehen möglich ist.

Wie wird die Gliederung erarbeitet?

Schon während der Materialsammlung kann eine vorläufige Gliederung erstellt werden. Sie dient zur Kontrolle der bis dahin erbrachten Leistung. Spätestens aber bevor das Schreiben der Rohfassung beginnt, muß die endgültige Gliederung fertig sein. Sonst seid Ihr gezwungen, die schon geschriebenen Abschnitte und Kapitel immer wieder umzustellen oder sogar umzuschreiben.

Der Aufbau einer Gliederung setzt voraus, daß die einzelnen für die Bearbeitung eines Themas relevanten Teile bzw. Begriffe klar benannt und in Beziehung zueinander gesetzt werden. Otto Kruse empfiehlt dafür die Mind-Map-Methode (Kruse, S.145-146). Mit dieser Methode macht Ihr die Beziehungen auf einem (möglichst großen) Blatt sichtbar.

Zunächst wird das Anliegen der Arbeit, die zentrale Fragestellung oder Hauptthese, mitten auf diesem Blatt notiert, anschließend die anderen Teile und Begriffe um diesen Kern angeordnet. Mit Hilfe von verbindenden Linien werden dann die Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen dargestellt.

Welche Möglichkeiten der Gliederung gibt es?

Für die Gliederung der wissenschaftlichen Arbeit müssen nun diese Beziehungen in eine hierarchische Form gebracht werden. Wie diese konkret aussieht, hängt stark vom Inhalt ab. Mögliche Formen sind unter anderem:

  • die chronologische Gliederung (nach dem zeitlichen Ablauf eines Geschehens),
  • die Gliederung nach Ursache und Wirkung (wobei es durchaus spannend sein kann, erst die Wirkung aufzuzeigen, um dann die Ursache zu analysieren).
  • Die Gliederung vom Allgemeinen (Bekannten) hin zum Besonderen,
  • die vergleichende oder gegenüberstellende (diskursive)Gliederung,
  • die induktive Gliederung (vom Beweis oder Beispiel zur Theorie führend)
  • oder die deduktive Gliederung (umgekehrt von der Theorie zur Anwendung führend). (Vergl. dazu Kruse, S.149-150 und Eco, S.146-148)

Möglich ist auch, verschiedene Gliederungsstile zu verbinden, falls es das Thema erforderlich macht. So kann z.B. eine historische Arbeit chronologische, aber auch vergleichende oder induktive Aspekte haben. Wichtig ist, bei der Erstellung der Gliederung immer an die Leser zu denken - insbesondere an die von Eco angesprochenen, an der Entstehung der Arbeit unbeteiligten Dritten (Vergl. Kapitel 1).

Sie sollen verstehen, was in der Arbeit an welcher Stelle behandelt wird und den Ablauf der Argumentation nachvollziehen können. Der Gliederungsstil, ob Buchstaben, Dezimalklassifikation oder anderes, ist dabei (sofern keine formalen Vorgaben von Seiten der Schule zu beachten sind) Geschmacksache.

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Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

Nützliche Seiten

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