11. Wie geht man mit Zitaten um?

Die inhaltlich beste wissenschaftliche Arbeit ist wertlos ohne die korrekte Wiedergabe und Identifizierung fremden, das heißt nicht selbst erarbeiteten Gedankenguts. Der Leser muß ja nachprüfen können, woher die Aussagen stammen und ob sie inhaltlich richtig übernommen wurden. Für die schriftliche wissenschaftliche Arbeit bedeutet das, daß Zitate, also alle Aussagen, Definitionen im Text, die ich nicht selbst entwickelt habe, die aus anderem Schrifttum stammen, inhaltlich mit dem Original übereinstimmen und als fremdes Material gekennzeichnet werden müssen.

Auch Tabellen, graphische Darstellungen usw. müssen entsprechend behandelt werden. Eigentlich gibt es nur eine Ausnahme: Aussagen von allgemeiner Bekanntheit, die in jedem Titel nachzulesen sind, müssen nicht nachgewiesen werden.

Wie wird korrekt zitiert?

Zitate können in unterschiedlichen Formen ausgeführt werden, z.B. als:

  • wörtliches, also Wort für Wort abgeschriebenes Zitat
  • sinngemäßes, in eigene Worte gefaßtes Zitat
  • Zitat aus zweiter Hand und als
  • Zitat im Zitat

Das wortwörtliche (oder direkte) Zitat wird immer in Anführungszeichen gesetzt. Kürzere Zitate können im Text mit eingebaut, die Grammatik an den Satz angepaßt werden (grammatikalisch geänderte Worte stehen in Klammern). Längere, die über mehr als zwei Zeilen gehen, werden vom Text abgesetzt und ordentlich eingeführt (Z.B.: 'wie schon Peterßen sagte' oder 'Eco deutet das so:'). Abgesetzte Zitate können einzeilig geschrieben werden.

Neben der exakten Unterscheidung zwischen eigenem und fremdem Gedankengut hat das wörtliche Zitat noch eine weitere, eher stilistische Aufgabe: Es wirkt im Text immer wie ein Ausrufezeichen. Eine wichtige Aussage wird mit der Autorität eines anderen (bekannten) Autors hervorgehoben.

Das sinngemäße (oder indirekte) Zitat steht nicht in Anführungszeichen, muß aber als Zitat gekennzeichnet sein. Das wird leider allzu leicht vergessen. Trotz der Beschreibung in eigenen Worten bleibt es ja das Gedankengut des ursprünglichen Autors.

Beim Zitat aus zweiter Hand handelt es sich um ein Zitat, das schon als Zitat aus einer anderen Quelle übernommen wurde. Im Text wird es wie ein normales Zitat behandelt, bei der Quellenangabe muss aber auf die Originalquelle verwiesen werden (Bibliographische Angaben der Originalquelle zitiert nach: Quelle, aus der das Zitat übernommen wurde).

Ein Zitat im Zitat liegt vor, wenn in einem (längeren) wörtlichen Zitat zum Teil wiederum ein weiteres Zitat steckt. Dieses wird in einfache Anführungszeichen gesetzt und muß nicht nachgewiesen werden. Bei der Quellenangabe reicht das Werk des Autors, von dem das gesamte Zitat übernommen wurde.

Es gibt noch eine ganze Anzahl von spezielleren Zitierregeln, die hier - um keine unnötige Verwirrung zu stiften - keine weitere Beachtung finden sollen. Sie werden in der Regel in allen guten Einführungen in das wissenschaftliche Arbeiten aufgeführt. (Z.B. in Rückriem, S.171-175).

Die Kennzeichnung aller Zitate geschieht entweder durch hochgestellte Anmerkungsziffern mit Quellenangabe in den Fußnoten bzw. im Anmerkungsteil der Arbeit. Oder, wie hier ausgeführt, mit in Klammer gesetzten Kurztiteln (Autor, Seite) im Text direkt nach dem Zitat. Die vollständige Quellenangabe ist dann im Literaturverzeichnis zu finden. Diese Form ist weit verbreitet, weil sie den Lesefluß am Wenigsten stört.

Welche Zitierform gewählt wird, könnt Ihr, sofern nicht in der Prüfungsordnung oder ähnlichem vorgeschrieben, selbst entscheiden. Wichtig ist auch hier die Einheitlichkeit: Eine einmal gewählte Form müßt Ihr in der ganzen Arbeit einhalten.

Welche Angaben muß das Literaturverzeichnis enthalten?

Das Literaturverzeichnis muß, wie schon in Kapitel 2 bemerkt, alle für die wissenschaftliche Arbeit verwendeten Materialien aufführen. Dabei sind alle für die korrekte Identifizierung nötigen bibliographischen Daten anzugeben.

Literaturangaben
Für die exakte bibliographische Beschreibung von Schrifttum gibt es sogar eine Norm: die DIN 1505, die in vielen Ratgebern berücksichtigt wird. Leider sind in dieser Norm aber nicht für jede Form von schriftlichem Material Regeln enthalten und leider interpretieren die Anleitungen für das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten diese oft sehr eigenwillig. Es läuft eben wieder darauf hinaus, sich ein Regelwerk auszusuchen, bzw. sich an die institutionell vorgegebenen Regeln zu halten. Wichtig ist - wie immer -, das Literaturverzeichnis muß einheitlich, immer nach den gleichen Regeln, geführt werden.

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Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

Nützliche Seiten

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