1.3 Weitere Theorie mit Anforderungen für die Wissenschaftlichkeit einer Arbeit

Andere Autoren trennen zwischen

  1. moralischen
  2. technischen und
  3. stilistischen Ansprüchen.(Peterßen, Kap.2; Backhaus, Kap.3.1)

Bei den moralischen Ansprüchen geht es vor allem um die "intellektuelle Redlichkeit". Das heißt kurz zusammengefaßt: Immer schön bei der Wahrheit bleiben und von anderen übernommene Ideen immer als solche kennzeichnen. Vorsätzliche Fälschungen und Plagiate werden früher oder später immer entdeckt und sind dann mehr als peinlich.

Die technischen Ansprüche ergeben sich aus den drei Begriffen

  • Objektivität
  • Reliabilität und
  • Validität.

Objektivität begreift Peterßen als "Intersubjektivität":

"Und Intersubjektivität verlangt, daß die gemachte Aussage für jeden überprüfbar ist, daß sie hinsichtlich ihrer Ausgangslage sowie ihres Zustandekommens in allen Schritten nachvollzogen werden kann und daß sich dabei für jeden, der, von derselben Ausgangslage ausgehend, denselben Weg in derselben Weise beschreitet, auch dasselbe Ergebnis ergibt." (Peterßen, S.25)

Das verlangt, wie bei der vierten Anforderung von Eco korrekten Umgang mit den in der Arbeit verwendeten Quellen, also exakte Angaben zu Herkunft, Art und Qualität.

Reliabilität bedeutet Zuverlässigkeit: Verwendete Verfahren müssen bei Wiederholung genau dieselben Ergebnisse liefern. Im Text muß klar erkennbar sein, wo es sich um zuverlässige Tatsachen oder nicht unbedingt nachprüfbare Meinungen und Vermutungen handelt.

Die Validität, die Gültigkeit bezieht sich auf das Thema der Arbeit: Es muß in der Arbeit auch tatsächlich das behandelt werden, was der Titel, das Thema vorgibt. Die Arbeit soll nur Antworten auf die sich aus dem Thema ergebenden Fragen geben.

Die stilistischen Ansprüchen an die Arbeit umfassen Anforderungen an den sprachlichen Stil und die schriftliche Gestaltung des Textes.

Zwar gibt es hier durchaus gewisse Freiräume für die individuelle Gestaltung. Die Arbeit soll dabei aber auf jeden Fall übersichtlich und für alle interessierten Leser verständlich bleiben. Hochtrabender Fachjargon ist deshalb genauso fehl am Platz wie Dialekt oder Szeneslang. Derartige Anbiederungen an eine bestimmte Klientel sind zu unterlassen. Ihr solltet Euch also schon um einen klaren sachlichen Stil bemühen.

Auch für die (typographische) Gestaltung der Arbeit gilt: Sachlichkeit und Übersichtlichkeit haben Vorrang. Gerade bei der Nutzung eines Textverarbeitungsprogammes mit seinen schier unerschöpflichen Möglichkeiten tut man hier gern zu viel des Guten. Eine nach Art der Lifestyle-Blätter aufgepeppte Arbeit ist aber ebenso unübersichtlich wie eine unstrukturierte Bleiwüste. Mehr dazu in Kapitel 10.

Weitere Unterkapitel

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Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

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