8.3 Wie können die Exzerpte sortiert und geordnet werden?

Ausschlaggebend für die inhaltliche Ordnung sind die Kriterien, nach denen Ihr beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit am Häufigsten sucht. Das wären zum Einen die ausgewerteten Titel, in der Regel gesucht über die Autoren bzw. Herausgeber. Zum Anderen inhaltliche Aussagen, Zitate zu bestimmten Fragestellungen usw., die Ihr über die dazu vergebenen Schlagworte findet. Dementsprechend könnte ein Ordnungssystem mindestens bestehen aus:

  • Der alphabetischen bibliographischen (oder Verfasser-) Kartei, wie sie schon mehrfach erwähnt wurde.
    Die bibliographischen Daten der Titel können dabei sinnvoll ergänzt werden mit Bemerkungen über inhaltliche Schwerpunkte und Brauchbarkeit für die Arbeit.
  • Einer - zunächst auch alphabetisch geordneten - Schlagwortkartei, die auf Fundstellen, Kopien oder Exzerpte (Autor, eventuell Erscheinungsjahr, Seite) verweist.
    Diese kann bei fortgeschrittener Arbeit auch systematisch nach Gliederungspunkten umgeordnet werden.
  • Der eigentlichen Exzerptkartei (oder -Sammlung).
    Auch diese wird alphabetisch nach Verfassern geordnet. Innerhalb der einzelnen Titel lassen wir die Exzerpte in der chronologischen Reihenfolge, wie die Aussagen im Text vorkommen.

Datenbanken (sie sollten mindestens auch die oben genannten Verzeichnisse enthalten) bringen beim Exzerpieren übrigens meist keine Arbeitsersparnis. Der Schreibaufwand bleibt der gleiche. Sie, insbesondere die schon erwähnten Literaturverwaltungsprogramme, bieten aber darüber hinaus meist noch andere nützliche Such- und Verknüpfungsmöglichkeiten. Diese können wiederum das Ordnen und Sortieren der Einträge erheblich erleichtern.

Noch ein Hinweis zum Anlegen der Schlagworte: Bei freier, intuitiver Vergabe der Schlagworte kommt es schnell vor, daß inhaltlich gleiche Aussagen, Zitate usw. unter verschiedenen synonymen Begriffen abgelegt werden. Bei der Suche unter einem Schlagwort findet Ihr dann nicht alle wieder. Die Schlagworte müssen deshalb regelmäßig überprüft, die Vergabe von Synonymen vermieden werden. Bei genügenden fachlichen Kenntnissen könnt Ihr vor Beginn der Materialauswertung schon eine Schlagwortliste ausarbeiten, die bei Bedarf nur noch ergänzt oder präzisiert werden muß.

Damit ist das Kapitel Ordnungssysteme aber noch nicht abgeschlossen. Was geschieht mit den Exzerpten am Ende der Arbeit? Sind sie dann nur unnötiger Ballast, der schnell entsorgt werden sollte? Dazu habt Ihr zuviel Arbeit investiert. Außerdem weiß man nie, ob nicht einmal ein ähnliches Thema bearbeitet oder die Kenntnisse aus der Arbeit einfach nur aufgefrischt werden müssen. Dann bilden die schon angelegten Verzeichnisse einen guten Grundstock.

Zusammen mit den Materialien aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten läßt sich daraus eine Studienkartei (oder -datenbank) aufbauen, die Euch langfristig - auch über die Ausbildung hinaus - wertvolle Dienste leisten kann.

Weitere Unterkapitel

2017 Copyright Arbeitschreiben.de

Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

Nützliche Seiten

Sitemap

Impressum