7.2 Welche Lesetechniken werden angewandt?

Blättern, schmökern... - lesen kann ich auf viele Arten. Bei einer wissenschaftlichen Arbeit ist aber das gründliche Durcharbeiten eines Textes gefragt.

Das geschieht vor allem mit Hilfe zweier Techniken:

  • des kursorischen Lesens und
  • des studierenden Lesens.

Das Ziel des kursorischen Lesens (auch Quer- oder Diagonallesens) ist es, die wichtigen Aussagen in einem Schriftstück, die dann gründlich zu Erarbeiten sind, möglichst rasch und vollständig zu finden. Es ist ein gezieltes Suchen nach Schlüsselbegriffen, die Ihr Euch anhand der Fragestellungen zum Thema zurechtlegt. Der Vorgang ist durchaus ähnlich dem Lesen in einem Telefonbuch oder Lexikon.

Wichtig ist, daß Ihr Euch die zu suchenden Namen oder Begriffe gut einprägt. Wandert der Blick dann diagonal über die Seite, sollten sie Euch buchstäblich vor Augen springen.

Anfangs mag das durchaus noch einige Mühe machen. Mit entsprechender Übung kann so aber eine sehr hohe Lesegeschwindigkeit erreicht werden. Habt Ihr so die entscheidenden Stellen in einem Text gefunden, beginnt das studierende Lesen - das systematische Erarbeiten der Aussagen. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Eine gute und trotzdem relativ einfache ist die Fünf-S-Methode, die Wolf Wagner beschreibt (Wagner, S.90-91). Sie besteht aus Fünf Schritten:

  • Sichten
  • Sich fragen
  • Suchen
  • Schreiben
  • Sichern

Das Sichten entspricht dem Überprüfen eines Werkes auf seine Brauchbarkeit. Haben wir das schon erledigt zur Erstellung der Lektüreliste und die Ergebnisse festgehalten, muß es natürlich nicht noch einmal wiederholt werden. Als Zweites soll man sich fragen, worauf der Autor hinaus will, welche Fragestellung in den Kapiteln oder Abschnitten zugrunde liegen. Nun kann das Suchen nach den Antworten im Text beginnen.

Schreiben heißt, die gefundenen Antworten aufschreiben, und zwar unbedingt in eigenen Worten. Nur was ich selbst in eigenen Worten formulieren kann, habe ich auch wirklich verstanden. Das handwerkliche Umsetzen (Schreiben ist Handarbeit) hilft dabei. Beim Sichern werden die aufgeschriebenen Antworten noch einmal durchgesehen. Der Argumentationsstrang des Autors wird verfolgt. Entwicklung und Begründung der Hauptthese des Textes sollen herausgearbeitet und festgehalten werden.

Schreiben und Sichern entsprechen dem Exzerpieren, das in Kapitel 8 ausführlicher behandelt wird. Ob Ihr Euch nun für diese Methode oder eine andere entscheidet: Mit dem studierenden Lesen erarbeitet Ihr Euch den Grundstock für den Inhalt Eurer wissenschaftlichen Arbeit. Es sollte also ausreichend gründlich geschehen. Grundlegende Werke müssen komplett erarbeitet werden.

Stellt Ihr später fest, daß Ihr geschlampt und Aussagen nicht richtig verstanden oder unvollständig festgehalten habt, ist unter Umständen mit einem wesentlich höheren Zeitaufwand zu rechnen. Die ausgewerteten Werke müssen alle noch einmal in die Hand genommen werden, wenn Ihr Pech habt, stehen sie vielleicht nicht mehr zur Verfügung, weil sie inzwischen Mitschülern bzw. Kommilitonen ausgeliehen wurden.

Weitere Unterkapitel

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Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

Nützliche Seiten

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