3.4 Wie sieht die konkrete Planung einer wissenschaftlichen Arbeit aus?

Üblicherweise orientiert sich die Arbeitsplanung ganz schematisch an den einzelnen zu bewältigenden Arbeitsschritten:

  • Themenstellung
  • Materialsuche
  • Literaturauswertung (Lesen / Exzerpieren)
  • Materialverarbeitung (Strukturieren / Gliederung erstellen)
  • Darstellung / Ergebnisgestaltung
Arbeitsschritte in der Übersicht

In der Realität geht es aber leider nicht so einfach. So kann sich das Lesen und Auswerten hinziehen, weil bestimmte wichtige Materialien noch nicht zur Verfügung stehen (weil z.B. die Fernleihe mal wieder ewig dauert). Oder Ihr stellt bei der Auswertung fest, daß für ein Kapitel der Arbeit noch viel zu wenig Material vorhanden ist und müßt noch einmal recherchieren. Inhaltliche Aspekte kommen hier zu kurz.

Rückriem/Stary/Franck haben dies z.B. in ihrer Übersicht in der Spalte Materialsuche / Materialaufnahme berücksichtigt (Rückriem, S.248-249).

Welchen Sinn hat nun solch ein Arbeitsplan?

Zunächst verschafft er einen guten Überblick über dien guten Überblick über die zu bewältigenden Aufgaben. Wer die Übersicht von Rückriem/Stary/Franck betrachtet, findet dort aber noch einen anderen wesentlichen Aspekt - gleich nach der Festlegung des Themas: Die Zeitplanung. Es gilt, den engen Zeitrahmen, den Ihr in der Regel habt, effektiv zu nutzen. Wenn Ihr z.B. nur vier Wochen für Euer Referat zur Verfügung habt (wieviele Stunden Arbeitszeit das tatsächlich sind, kann man sich ja ausrechnen), dürft Ihr nicht erst nach drei Wochen mit der Literaturauswertung beginnen.


Die Aufgaben der Zeitplanung beschreibt Manuel René Theisen:

  • "Abstimmung und Koordinierung der einzelnen, zum Teil parallel laufenden bzw. sich überschneidenden Arbeitsschritte
  • Gewichtung der einzelnen Abschnitte und Berücksichtigung von Prioritäten
  • Berücksichtigung der sonstigen Aktivitäten und Beschränkungen
  • Kontrolle des eigenen Arbeitsfortschrittes" (Theisen, S.18)

Als wichtige Voraussetzungen nennt er:

  • "Kenntnis aller erforderlichen Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses
  • Kenntnis der sonstigen Arbeitsbelastung und weiteren Aktivitäten
  • Realistische Abitäten
  • Realistische Abschätzung der eigenen Arbeitsbereitschaft und Fähigkeit" (Theisen, S.18)

In einem konkreten Zeitplan für eine anstehende schriftliche wissenschaftliche Arbeit sind mindestens festzuhalten:

  • die Zeiträume, die nicht für die wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung stehen (tägliche Routinetätigkeiten, Feiertage usw.) sowie
  • die geplanten Zeiträume für die einzelnen Arbeitsschritte, die sich durchaus teilweise überschneiden können.
  • Selbstverständlich werden auch die tatsächlich benötigten Zeiten eingetragen.
Zeitplanung Diplomarbeit

Theisen zeigt dies am Bsp. eines Zeitplans für eine Diplomarbeit. Wer unsicher ist beim Abschätzen des Zeitbedarfs für die einzelnen Arbeitsschritte, kann ja zunächst bei erfahreneren Kommilitonen um Rat fragen. Überhaupt ist es immer wieder sinnvoll, nicht nur allein vor sich hin zu werkeln, sondern sich mit anderen Schülern und Studenten auszutauschen. Notiert Euch am Besten auch die Öffnungszeiten der Bibliotheken, Copyshops usw. damit Ihr nicht plötzlich vor verschlossenen Türen steht.

Und, um es ganz deutlich zu sagen: So ein Zeitplan funktioniert nur dann, wenn Ihr Euch - nicht sklavisch, aber dennoch - diszipliniert daran haltet!

Weitere Unterkapitel

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Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

Nützliche Seiten

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