10.2 Was ist bei der sprachlichen und der typographischen Gestaltung der wissenschaftlichen Arbeit zu berücksichtigen?

Der Sprachstil ist, wie in Kapitel 1 angesprochen, einfach und klar. Wissenschaftliche Arbeiten sind, so Otto Kruse: "... in 'formaler Sprache' zu schreiben, d.h. nach den geltenden (grammatikalischen, stilistischen) Regeln der deutschen Sprache; ... Nur wo die Sprachregeln eingehalten werden, kann eine wissenschaftliche Arbeit auch von allen und überall verstanden werden." (Kruse, S.31).

Welche Regeln nun gelten, noch die alte oder schon die neue Rechtschreibung, ist eine spannende Frage. Sicher ist es nicht falsch, sich an die neuen Rechtschreibregeln zu halten, im Zweifelsfall sollten aber die Vorgaben der (Hoch-)Schule geprüft werden.

Gibt es für den behandelten Themenbereich eine eigene Fachsprache, könnt Ihr diese verwenden, sofern damit Sachverhalte präziser ausgedrückt werden können. Fachbegriffe und Fremdwörter sollten aber, sind sie nicht allgemein bekannt, immer erklärt werden. Eventuell ist der Arbeit ein Glossar (eine alphabetische Auflistung und Beschreibung der verwendeten Begriffe) beizufügen.

Abkürzungen sind maßvoll zu benutzen. Sie sind unbedingt - bei der ersten Nennung - in ihrer ausgeschriebenen Form einzuführen. Sollten Abkürzungen häufiger nötig sein, ist das Anlegen eines Abkürzungsverzeichnis zu empfehlen. Die typographische Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit hat vor allem den Zweck der guten Lesbarkeit. Die typographischen Stilmittel sind Hilfen zur deutlichen Darstellung der Struktur der Arbeit. Bei der Schrift für den Textteil steht klar die Lesbarkeit auch bei langen Texten im Vordergrund. Die Schrift solltet Ihr nicht zu klein wählen, als Standard gilt ein Schriftgrad von 12 Punkten.

Schriften mit Serifen - das sind die kleinen "Füßchen" oben und unten an den Buchstaben - (wie Times oder Garamond) sind für längere (gedruckte) Texte besser geeignet als serifenlose (z.B. Arial oder Helvetica). Sie ermüden die Augen nicht so schnell. Für Hervorhebungen im Text lassen sich die Schriftattribute fett oder - besser - kursiv gut einsetzen.

Wählt den Zeilenabstand nicht zu eng. Bei einem Abstand von 1 1/2 Zeilen sind längere Absätze, wie sie in wissenschaftlichen Arbeiten nun einmal vorkommen, wesentlich besser lesbar. Längere Zitate können - vom Text abgesetzt - einzeilig geschrieben werden. Abstände zwischen den Absätzen und zwischen den Überschriften tragen zur Übersichtlichkeit bei. Zusätzlich könnt Ihr die erste Zeile eines Absatzes auch ein wenig einrücken.

Beim Einstellen des Satzspiegels, also des Bereiches auf dem Blatt, der den Text enthält, sind genügend breite Ränder vorzusehen. Der linke Rand z.B. sollte ungefähr vier bis fünf cm breit sein. Wird die Arbeit gebunden oder gelocht und abgeheftet, ist dieser Bereich schlecht einzusehen. Bei der Gestaltung der Überschriften (Gliederungspunkte) habt Ihr gewisse Freiheiten bezüglich der Schriftart, Schriftgröße und der Attribute.

Übertreibt aber nicht: Zu viele möglichst wild durcheinander eingesetzte Stilmittel dienen ganz bestimmt nicht mehr der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit. Schließlich gestaltet Ihr kein Szene-Magazin sondern eine "nüchterne" wissenschafltiche Arbeit. Es reicht z.B. völlig, wenn Ihr zwei verschiedene Schriftarten einsetzt. Eine für den Text und eine für Überschriften.

Auch Schriftgrößen sind höchstens zwei oder drei verschiedene nötig. Wichtig ist, daß die Differenzierung, die Hierarchie der Gliederungsebenen zum Ausdruck kommt und das Inhaltsverzeichnis in Wort und Stil mit den Überschriften im Text übereinstimmt. Und besonders wichtig ist die einheitliche Gestaltung der gesamten Arbeit. Das heißt, alle Gliederungspunkte der gleichen Ebene verfügen über den gleichen Stil, ebenso alle Hervorhebungen gleicher Art usw.

Weitere Unterkapitel

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Übersicht

Beginn: Wissenschaftliche Arbeit schreiben

Kap. 1 - Anforderungen

Kap. 2 - Aufbau einer Arbeit

Kap. 3 - Arbeitsplanung

Kap. 4 - Themenwahl

Kap. 5 - Quellen & Materialien

Kap. 6 - Literatursuche

Kap. 7 - Lesetechniken

Kap. 8 - Exzerpieren

Kap. 9 - Gliederung erarbeiten

Kap. 10 - Rohmanuskript anfertigen

Kap. 11 - Korrekt zitieren

Kap. 12 - Reinschrift erstellen

Schlussbemerkung zum Wissenschaftlichen Arbeiten

Literaturverzeichnis

Beispiele für Arbeit schreiben

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